Mit einem Beispiel möchte ich versuchen, Ihnen qualitative Formunterscheide aufzuzeigen:
Ich habe zwei Steine. Beide haben eine, einen Quadratmeter grosse Fläche.
Die eine Fläche ist absolut plan geschliffen. Ihre formal wirksamen Elemente sind: die Ausdehnung, die Begrenzung durch vier gerade Linien und die vier rechten Winkel. Die andere Steinfläche ist kaum merklich gewölbt, so dass der Mittelpunkt circa 5 mm höher liegt als die Begrenzung. Der entscheidende Unterschied im Vergleich zur ersten Fläche ist, das diese nicht mehr geometrisch abstrakt ist, sondem sie ist zur Oberfläche des Steinvolumens geworden.
Besser als mit dem Auge ist dieser qualitative Unterschied mit dem Tastsinn der Hand spürbar.
Unsere optische Zelt leidet an einem katastrophalen Verlust des Tastsinns.
Es ist der ursprüglichste Sinn des Menschen, der primärste, der unmittelbarste, der handgreiflichste. Er braucht kein Übertragungsmedium, wir z.B. das Ohr die Schallwellen braucht. Auch das Licht braucht die Luft.
Der Tastsinn lässt Dasein, Präsenz, handgreifliche Gegenwart im spürbaren Gegenüber erleben.
