Mensch und Stein – Vortrag zum 80-ten Geburtstag

Es ist interessant, das die Natur nur konvex arbeitet.

Der menschliche Körper, wenn er gesund ist, hat überhaupt keine einzige hohle Stelle. Wenn Sie denken, das sei nicht wahr, so müssten Sie nur sehen, dass bei den guten Bildhauern durch alle Jahrtausende das ganz klar erkannt wurde. Überall wo man meint, es sei ein Loch, eine Konkavität, besteht dies aus einzelnen konvexen Formen und die Haut überzieht dann die Tiefe und gleicht sie aus.

Die weite räumliche Ausstrahlung bedeutender monumentaler Kunstwerke erlebte ich überaus deutlich in Paris in den Champs Elysée. Es gibt keine Stelle auf dieser langen Strasse,wo man Sich nicht eingespannt fühlt zwischen dem Obelisk auf der Place de la Concorde und Napoleons Triumphbogen am andern Ende. Überall wo man steht ist man „geortet“.  Das Gefühl der Verlorenheit kann gar nicht aufkommen.  Man braucht nur in eine Seitenstrasse hinein zu gehen, so wird man wie ein Papierkrüngel vom Gewimmel fortgeschwemmt, denn man hat die Ordnung eines gewaltigen Kunstwerkes Verlassen.