Mensch und Stein – Vortrag zum 80-ten Geburtstag

Nach dem Krieg habe ich vor allem im weichen Jurakalk aus den Brüchen bei Laufen gearbeitet. Bis zum Auftrag von 1963 für den Innenausbau des Würzburger Domes habe ich den sehr schönen, ebenso harten Marmor aus dem Lahntal bei Limburg verwendet. (Arbeiten, die gegen neun Jahre dauerten). Heute bin ich froh, wieder den weichen Laufener verwenden zu können.

Wenn ich heute über „Mensch und Stein“ spreche, so spreche ich über eine Art Kunst, die von der Avantgarde als gänzlich unzeitgemäss angeschaut wird. Mit anderen Materialien, wie Beton, Metall, Leuchtröhren, Schrott, Draht, Papier usw. lassen sich noch nie dagewesene Formen und einprägsame Wirkungen erzielen, die mit Plastik aber nichts mehr zu tun haben.

So gibt es denn an den Schulen keine Klassen für Skulptur, sondern für “dreidimensionales Gestalten”.

Es gibt genügend Gründe anzunehmen, dass die Steinskulptur nie verschwinden wird. Ebenso sind auch die Möglichkeiten der abstrakten Plastik längst nicht ausgeschöpft.