Bildhauer und Kirchenbau heute

Durch das ganze Konzilskompendium erscheint die Kirche immer neu als die Institution des Heils. Das Zeichen des Heiles aber ist das Kreuz. Wenn es ein Symbol gibt, das auch heute noch jedem verständlich ist, ist es das Kreuz; nicht primär historisch als Erinnerung an den Opfertod Christi, sondern endzeitlich (eschatoIogisch), als Zeichen der Wiederkunft des Herrn. Die liturgische Bewegung setzte sich, statt für das kleine Altarkreuz, für das grössere Vortragskreuz ein, das in die Mitte hinter den Altar gestellt wurde. Aus Gründen der Zelebration gegen das Volk wurde das Kreuz meist auf die Seite gestellt, oft sehr hilflos. AIs symmetrischer Ausgleich zum Ambo wirkt das Kreuz dekorativ und ist damit entwertet. Eine sinnvolle Stelle ist z. B. der Ort der Verkündigung.

Das Zeichen des Heiles aber ist ein Kreuz ohne Corpus, wohl eher in griechischer Form. Man täte den Protestanten unrecht, wenn man glaubte, Sie hätten den Corpus nur aus Protest gegen die Katholiken entfernt.

Das Kreuz in der Kirche in dieser Sicht wieder neu zu formen und es unserer Zeit als Zeichen der Hoffnung und Kraft aufleben zu lassen, bedeutet eine überaus schöne, wenn auch keineswegs leichte Aufgabe für Bildhauer und Maler.