Bildhauer und Kirchenbau heute

Seither sind ungezählte Dinge über die Bühne der Kunst gegangen. In den letzten Jahren ist die Architektur selber zur Skulptur geworden, und man wollte in diesen Räumen bildhauerisch Dinge machen; so hätte fast nur noch Kristallines oder linear Graphisches eine antithetische Spannung erzielen können. Schon ist auch diese Bewegung im Abklingen. Manche Richtungen künstlerischen Tuns sind zerplatzt wie Seifenblasen. Einzelne aber weisen mit ihren Möglichkeiten in die Zukunft, vor allem zerstören sie die Illusion, als wären Formen, die der Kirche jahrhundertelang gedient haben, unvergänglich. Es werden nicht nur die Liturgiker sein, die für unsere Kirchen und unserem Gottesdienst neue, geeignetere Formen finden werden. Es werden die Künstler sein, d. h. alle, die für das Wahre, Echte, Lebendige einen ursprünglichen Sinn bewahrt haben. Die dringlichste Aufgabe ist die Vertiefung und Verinnerlichung des Gottesdienstes. Das kann nur ganz am Rande Bildhauerei sein. Möge sie dort, wo sie vorwiegend dekorativen Charakter hat, nicht zu einem Hindernis, sondern zur Hilfe werden.