Der Ambo, als Instrument für die Verkündigung, ist für den Liturgen nicht durchwegs nur eine Hilfe, was er nach der Intention der neuen Liturgie sein sollte. In vielen Fällen ist er zu einem richtigen Hindernis für die Verkündigung geworden. Das Grundanliegen der liturgischen Konstitution ist die Actuosa participatio, die aktive Teilnahme der Gläubigen, was einen gegenseitigen engen Kontakt zwischen dem Volk und dem Liturgen voraussetzt. Oft aber ist der Ambo heute mehr eine Schranke als eine Hilfe zum Kontakt, ja, oft scheint es, als wolle sich der Liturge hinter den viel zu anspruchsvollen oder voluminösen Einrichtungen verschanzen. Wo nicht gewichtige Gründe anderes fordern, sollte der Liturge bei der Verkündigung möglichst in seiner ganzen Gestalt sichtbar sein, ohne störende Hindernisse zwischen sich und dem Volk. Deshalb sind auch die hohen Lesepulte wohl für den Liturgen bequem, für die Gläubigen aber sehr störend. Wie viel selbstverständlicher und freier wäre das Buch in der Hand des Liturgs, dazu in Greifweite eine Stelle zum Ablegen der Bücher. Diese Dinge sind besonders bei bestehenden alten Kirchen zu bedenken, welche zum Aufstellen eines Ambo keine formal befriedigende Stelle aufweisen.
Die Erfahrung zeigt, dass gerade die Beschränkung auf das Allernötigste ein Mittel sein kann, um – fern von Liturgie als Spiel – eine intensive gegenseitige Beziehung von Liturge und Volk zu erreichen. Entscheidend sind nicht irgendwelche Rezepte, sondern die gegebenen Verhältnisse. Nur das Leben selber wird die richtigen Lösungen zeitigen. Jeder Formkanon, betreffe er die Gegenstände oder Funktionen, ist nur dann eine Hilfe, wenn er die menschliche Äusserung und Bewegungsfreiheit nicht hemmt oder gar verkrampft.
Es ist erfreulich, dass wir den Altar von unnötigen Zutaten befreien. Aber noch erfreulicher ist es, wenn für das weggenommene Tabernakel und das Kreuz ein würdiger und selbstverständlicher Platz gefunden wird. In Kirchen mit genügendem Raum kann das Kreuz im Zusammenhang mit dem Ambo eine einheitliche Form bilden.
Der ganze Altarbezirk ist nicht als eine erfüllte, sondern als eine auf die liturgische Erfüllung wartende Situation zu konzipieren.
