Vom Altar. Gedanken zu seiner Gestaltung

Die bildhauerische Entwicklung des Altars in den letzten dreissig Jahren erfolgte denn auch in entsprechenden Stadien. Als der Altar zwar von der Wand losgelöst wurde, aber optisch doch noch mit ihr zusammenhing, wurde er in den Fällen mit grösserem Aufwand mit einem dem Volke zugekehrten Antependium, d.h. auf den Stein übertragen, mit einem die Ansichtsfläche deckenden Relief geschmückt. (Stüsslingen;  Felix und Regula, Zürich; Sankt Michael, Basel). Bei der weiteren Loslösung von der Wand entwickelte sich dieser Schmuck gleichsam zu einem Circumpendium, denn alle vier Ansichten wurden gleichwertig (Allerheiligen, Basel). Als aber der Altar in den architektonischen Brennpunkt zu stehen kam, etwa in Kirchen mit parabolischem Grundriss oder in den Schnittpunkt der Diagonalen der Vierung usw., durfte der Altar auch in seinem Inneren keine sogenannte „tote Materie“ mehr aufweisen. Er wurde immer mehr zu einer verdichteten dreidimensionalen Skulptur. Die auf einen Beschauer ausgerichteten Ansichtsflächen verloren immer mehr an Bedeutung, die Aufgabe war, das gesamte Steinvolumen lebendig zu machen und die horizontale Fläche, auf der das Opfermahl sich ereignet, sichtbar werden zu lassen (Bilder).