Der Bildhauer Albert Schilling

Von Schilling geht etwas unwahrscheinIich Sanftes und zugleich entschieden BeharrIiches aus. Er ist sich immer treu geblieben. Der Markt von Kunsteitelkeiten ist ihm zuwider. Keines seiner Werke will blenden oder wurde einer Mode zuliebe auch nur im geringsten verändert. „Ich habe immer nur das gemacht, was mir Freude gemacht hat“ sagt der weisshaarige alte Mann.

Albert SchiIiing hat in seinem Leben vieI gearbeitet. Die Seibstdisziplin, die er sich dabei auferlegte ist enorm. Noch bisvor kurzem stand er von morgens früh bis abends spät in seinem Atelier. Heute ist sein Schaffen wegen einer Krankheit eingeschränkt.

Bis heute, im Alter von 83 Jahren, ist Schilling ein nicht erlahmender Suchender geblieben. Unerbittlich in seinen Qualitätsansprächen, bescheiden und nie zufrieden mit dem Erreichten, auch dem wirklich GegIückten, versucht er stets das nächste Werk noch besser, noch vollkommener zu machen, nach einer anderen, befriedigenderen Lösung zu suchen. Sein bildhauerisches Werk ist von einer tief empfundenen Reilgiösitat geprägt. Es wuchs zur Reife und führte zu einer grossen Klarheit, die von Asthetik zu Ethik hinüberstrahlt.