Neben dem Abstrakten entstehen Ende der fünfziger Jahre dem Surrealismus angenaherte Figuren, so “Demeter Erinnys”, eine über zwei Meter hohe kräftig-füllige Frauenfigur mit Pferdekopf, die aus der griechischen Mythoiogie entnommen ist. Sie steht vor der Totte in Ariesheim und ist ein Geschenk des Künstlers an seine Wohngemeinde, deren Bürger er vor kurzem geworden ist.
Die Steinskulptur, diese Art von Kunst, wird heute von der Avantgarde als eher unzeitgemäss angesehen. „Mit anderen Materialien, wie Beton, Metall, Leuchtröhren, Schrott, Draht, Papier usw. lassen sich noch nie dagewesene Formen und einprägsame Wirkungen erzielen, die mit Plastik aber nichts mehr zu tun haben“ meint der BiIdhauer; so gibt es denn an den Schulen keine KIassen für Skulptur sondern für „drei dimensionaIes GestaIten“. Schilling gIaubt nicht, dass die Steinskulptur jemals verschwinden wird, denn die Arbeit mit dem Stein ist nach seinem DafürhaIten das interessanteste, das spannendste Vorgehen, eine Skulptur zu machen. Ebenso seien auch die Möglichkeiten der abstrakten Plastik noch längst nicht ausgeschöpft. Wie lässt sich die Qualität einer Plastik bestimmen? „Man sagt so leichthin: Über Geschmack lässt sich nicht Streiten und meint dabei oft, dass man auch über QuaIität gar nicht reden könne“, sagt Schilling. „Wenn wir die QuaIität von Kunstwerken beurteilen wollen, so geschieht dies am deutIichsten, wenn wir zwei ähnliche Kunstwerke vom gleichen Künstler – oder aus der gIeichen Zeit – oder mit demseIben Thema – miteinander vergleichen“, erklart er weiter. Im Vergleich lässt sich eindeutig sowohl der Gehalt als auch die formale Qualität unterscheiden.