Der Bildhauer Albert Schilling

Einen grossen Teil seines plastischen Schaffens nehmen die Kruzifixe ein. Eine noch grössere Aufmerksamkeit schenkt er dem Altar, für den er wesentliche Formen findet. AIs erster kreiert er den von der Wand gelösten und frei in den Raum hineingestellten Altar, der nicht primär für den Besucher dekoriert, sondern für das Messopfer gestaltet ist. Auch AItargerät, Taufstein, Wandschmuck, Portal, GIockenzier werden neu überdacht und unkonventionelI gestaltet. ManchmaI hat Schilling Gelegenheit, ganze Kirchenräume auszustatten, oft in Zusammenarbeit mit den Architekten Hermann Baur und Fritz Metzger.

Mit etwa fünfzig Jahren beginnt SchiIling sich mit der abstrakten Plastik auseinanderzusetzen. „Unsere Zeit hat in der abstrakten Kunst eine der bedeutendsten Erweiterungen der skuIpturaIen MögIichkeiten im Stein gebracht: die gIeichwertige Durchformung des konvexen Volumens und des konkaven Raumes“, sagt der Künstler. „Es ist dies ein Produkt aus der Erkenntnis, dass Raum und VoIumen KorreIate sind, d.h. je dichter das VoIumen ist, desto dichter ist auch der umgebende Raum. Nur die Ablösung vom naturgegebenen Vorbild gab die Freiheit, Volumen und Raum nach eigengesetzlichen Bedürfnissen zu organisieren“.