Der Bildhauer Albert Schilling

Dass AIbert Schilling sich eines Tages der Bildhauerei verschreiben würde, war nicht voraussehbar. Er wird am 21, Marz 1904 als erstes Kind eines Postverwalters in Zurich geboren. Nach Besuch der KlosterschuIen Disentis und Engelberg besucht er die theoIogische Fakultät am Priesterseminar in Luzern, wo er sechs Semester durchläuft. Doch dann, mit 26 Jahren, gibt er sein Theoiogiestudium auf. Die Aussicht, Priester oder Mönch zu werden, scheint ihm nun nicht mehr der richtige Weg. Schon als Knabe von Malerei, PIastik und Architektur angezogen, beschliesst er, Bildhauer zu werden. Risikofrei ist dieser Entscheid keineswegs, an eine „materielIe Sicherheit“, ist in diesem Risikoberuf nicht zu denken, doch seine EItem unterstützen das Vorhaben ihres einzigen Sohns. Und so geht der junge Albert nach Berlin, wo er seine Ausbildung an der Kunstakademie erhält. Zurück in der Schweiz richtet er sich sein eigenes Ateiler in Zürich ein und heiratet mit 31 Jahren Agnes FlüeIer aus Stans. Dem Ehepaar werden die Töchter Eva, Franziska und Roswita geschenkt.

In den ersten Jahren, nachdem er zum handwerklichen Beruf des BiIdhauers gewechselt hat, kommen die Aufträge nur spärlich hinein. Und so verbleibt ihm noch vieI Zeit für sein Zentrales lnteresse: zu erkennen, was das eigentIiche Wesen des PIastischen, der Skulptur sei. „Ich habe an den langen Abenden wohl das meiste geIesen, was bedeutende Leute über dieses Thema in deutscher Sprache geschrieben haben“ sagt Schilling. „Diese ersten Jahre gehören zu den schönsten meines Lebens“.

Zu dieser Zeit kennt er noch keine Vorliebe für irgendein pIastisches MateriaI. Er arbeitet in Gips, Sandstein, gebranntem Ton, HoIz und Bronze.