Der Bildhauer Albert Schilling

Anne U. Kunz, Baselbieter Heimatbuch Nr. 16, 1987, Seiten 221 – 228, Verlag des Kantons Basel Landschaft, Liestal

Er hat die hellen Augen eines Weisen, manueIl geschickte Hände und eine hohe Denkerstirn. Und es geht eine Ruhe von ihm aus, die vergleichbar ist mit der Ruhe, die von den Steinen ausgeht, mit denen er zu tun hat: Der Bildhauer Albert Schilling. Seit über vierzig Jahren lebt er mit seiner Frau Agnes in Arlesheim.

Albert Schilling ist Bildhauer mit Leib und Seele. Er ist seit über fünf Jahrzehnten am Werk. Zahlreiche PIastiken von ihm stehen heute im Baseibiet: Das Wegkreuz an der Strasse Aesch-Ettingen, ein Brunnen vor der ReaIschule in ArIesheim, die Gartenfigur „Margrit“ im Schlosspark Ebenrain Sissach, um nur einige Werke zu nennen.

Schillings Arbeiten werden auch in Zürich, Bern und Basel geschätzt. Daneben ist er in vielen Ländern Europas tätig gewesen, in Frankreich, DeutschIand und in Österreich. Neun Jahre dauerte aIlein seine Arbeit in Würzburg, für dessen Dom er die Disposition und sämtIiche Skulpturen im Chor und in der Vierung gestaltet hat.

Eine ausserordentliche FülIe und VieIseitigkeit kennzeichnet Schillings Oeuvre. Es umfasst profane wie sakrale Plastik, die GestaItung ganzer Kirchenräume, Kunstgewerbe, vor allem Altargerät und Frauenschmuck. Bekanntgeworden ist der BiIdhauer nicht durch den Kunsthandel, sondern, weil er immer wieder öffentIiche Aufträge erhaIten hat, meistens über Wettbewerbe. Ein Schwerpunkt seines Schaffens ist sein Einsatz für zeitgenössische christliche Kunst. 1962 wurde Albert Schilling mit dem Preis fur liturgische Kunst an der Biennale von Venedig geehrt. 1974, im Jahr seines 70. Geburtstages, wurde er mit dem Baselbieter KuIturpreis ausgezeichnet.