Der Altar – einige Überlegungen zu seiner jüngsten Entwicklung

Dann würden wir sehen, wie sich der Gegensatz zwischen dem Tischaltar und dem Altar aus massivem Stein auflöst. Denn in dem Moment, in dem man aufhört, den Altar nur im Hinblick auf den Betrachter zu denken und ihn wirklich auf das Opfer bezieht, ist die Schwierigkeit überwunden. Man verlässt die pädagogische Ebene und betritt die des Kultes – die einzig entscheidende. Das ist übrigens auch das Ziel, zu dem jede liturgische Pädagogik uns führen sollte.

Man weiss, dass in seiner heutigen Form (die aus dem 14. Jahrhundert stammt) das Weihe-Ritual auf dem massiven und unbeweglichen Aspekt des Altars aus Stein besteht. Es schreibt vor, an seinen vier Ecken ein Feuer zu entzünden (was bei einem Tisch kaum gelten würde). Es verlangt das Einfügen eines Reliquiengrabes. Es enthält eine Segnung der Fugen, die den Stein mit dem Boden verbinden. Insgesamt wird dort viel von Stein, Grab, Feuer, Erde, Wasser und Engel gesprochen – und ziemlich wenig von Tisch oder Mahl.

Natürlich ist nichts davon entscheidend. Wir beabsichtigen nicht, einseitig den massiven Altar zu verteidigen. Wir glauben lediglich, dass es gut ist, darüber nachzudenken und ihn vielleicht zum Ausgangspunkt neuer Inspirationen zu machen. Wir wissen, dass authentische Holztische während der gesamten vorkonstantinischen Zeit als Altäre dienten und in einigen Einzelfällen sogar noch später.