Der Platz des Priesters am Taufbecken selbst bleibt unbestimmt und ohne klare Ausrichtung. In Ermangelung ausreichender liturgischer Hinweise bleibt dem Künstler nichts anderes übrig, als zu versuchen, die verborgene Gegenwart des lebendigen Wassers auf mehr oder weniger greifbare Weise auszudrücken und eventuell einige Symbole zu entwerfen, die in die Form des Beckens integriert werden können. Doch ein Bemühen, das sich auf eine bloss ästhetische Anpassung beschränkt, erweist sich schnell als unzureichend. Es ist an der Zeit, dass auch bei den Taufbecken ein Wandel beginnt – vergleichbar dem, der sich beim Altar vollzogen hat und uns bereits weit geführt hat. Doch man muss eingestehen, dass die bisherigen Bemühungen selten und wenig überzeugend sind.
Ein entscheidender Fortschritt ist ohnehin nur möglich, wenn er auf einem wirklichen Bedürfnis des christlichen Volkes beruht. Der Ruf an den Bildhauer verliert den grössten Teil seiner Bedeutung, wenn die Mehrheit der Kinder eilig in Geburtskliniken getauft wird – oder wenn die in der Kirche vollzogene Taufe ohne Bezug zur kirchlichen Feier und zur sichtbaren Aufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen erfolgt.
Man darf hoffen, dass wir in einigen Jahren hier mehr zeigen können als nur schöne Taufbecken, dass ihre Platzierung wieder funktional und klar geworden ist und dass die Taufe ihre Möglichkeit zurückgewinnt, auf die Gläubigen jene Anziehungskraft auszuüben, die sie so offensichtlich benötigen.
