Der Altar – einige Überlegungen zu seiner jüngsten Entwicklung

Um das Problem zu lösen, erlauben wir uns, eine Unterscheidung einzuführen. Es scheint uns, dass das Mahl die sichtbare Form der Messe darstellt (an der die Kommunion der Gläubigen ausdrücklich teilnimmt), während der Hintergrund, die verborgene Wirklichkeit, das verklärte Opfer des Herrn ist. Wie Paul Klee sagt, besteht die Aufgabe der Kunst nicht darin, das Sichtbare darzustellen, sondern das sichtbar zu machen, was unsichtbar ist. Daher sollte man sich mindestens ebenso sehr darum bemühen, das Opfer sichtbar zu machen wie das Mahl – wobei Letzteres ja bereits sichtbar ist.

Dies gesagt, erlauben wir uns festzustellen, dass sowohl der auf allen vier Seiten gemeisselte massive Block als auch der mit Circompendium geschmückte Tischaltar noch nicht das letzte Wort unserer Möglichkeiten darstellen. Ihre dekorative Konzeption bleibt zu sehr auf den Betrachter ausgerichtet. Man müsste versuchen, weiter zu gehen und selbst die horizontale Ebene des Altars kostbar und spürbar zu gestalten. Die Dekoration würde sich dann nicht mehr nur an die Betrachtung des Gläubigen richten, sondern in Beziehung zur Gegenwart Gottes selbst treten, und die skulpturale „Absicht“ würde sich von der Peripherie des Altars auf seine eigentliche Struktur verlagern. Letztere würde in ihrer Gesamtheit zum Träger der mystischen Handlung.