Der Altar – einige Überlegungen zu seiner jüngsten Entwicklung

Man muss sich daran erinnern, dass sich der Altar um die Jahrhundertwende im Allgemeinen an der Chorwand anlehnte, in gotischer oder barocker Weise. Sein Antependium und seine verschiedenen Aufbauten fügten sich zu einer vor allem visuellen Komposition zusammen, ganz in Darstellung und Oberfläche. Das erhöhte Brett, das die Leuchter und Blumen trug, trug seinerseits dazu bei, dieser an die Wand eingebauten Konstruktion etwas Gewicht zu verleihen, weit entfernt von der Versammlung der Gläubigen.

Die Architekten und Bildhauer lernten allmählich, auf diese Vorgehensweise zu verzichten. Sie lösten den Altar von der Wand, an die er sich stützte. Zuerst zaghaft, dann mit zunehmender Entschiedenheit wiesen sie ihm einen festen Platz im Raum zu, frei von architektonischer Zweideutigkeit und so bevorzugt wie möglich (wie der Schnittpunkt der beiden Diagonalen eines Rechtecks, der Brennpunkt einer Parabel oder der Vierung des Querschiffs).