Wie weit entspricht z.B. der Ambo diesen Forderungen? Ist er ein notwendiges und geeignetes Instrument der Verkündigung? Gibt es nicht Fälle, besonders in alten Kirchen, wo er eingezwängt auf die Seite geschoben, kurz deplaziert erscheint? Andere Fälle, wo er sich zwischen Volk und Priester einschiebt und einen wirklichen Kontakt erschwert, oder wo sich der Celebrant dahinter verschanzt? Wie schön ist es, wenn man die ganze Figur des Priesters sehen kann, und wenn er lesend das Buch zur Hand nimmt! Hier spielt die anfangs erwähnte Abwertung der Dinge und die Aufwertung des Menschen herein. Das hindert nicht, in geeigneten Fällen einen vielstufigen Ambo zu machen, wie in frühchchristlichen Kirchen oder in Ronchamp neben dem äusseren Altar.

Über die immanenten Schwierigkeiten des Künstlers beim Altarbau zu sprechen, ist in diesem Rahmen kaum Zeit. Natürlich wird man sich in geeigneter Situation immer für einen kostbaren Steinaltar einsetzen. Es gibt aber viele Situationen, in denen aus liturgischen und pastorellen Erwägungen ein beweglicher Tisch geeigneter wäre.
Nach Art. 44 der liturgischen Konstitution wird den Bischöfen empfohlen, die notwendigen Experimente zu machen. Nach Art. 128 möge man die Form und das Material der Geräte neu überprüfen. Aber nach der Instruktion vom 26. Sept. 1964 Art. 91 muss das Material, der Aufbau und die Ausstattung der Altäre den Vorschriften des Codex iuris canonici entsprechen. Somit ist es dem Bischof kaum möglich, Kirchen mit einem fixen Natursteinaltar zu weihen.
Nähere Ausführungen über die schwebenden Fragen über den Sinn und die Gestaltung des Altares finden Sie in meinem Buch (im NZN-Verlag Zürich; Echter Verlag Würzburg) S. 45: dass der Altar aus Stein sein soll, da Feuer auf ihm entzündet werden; dass er unverrückbar ist und direkte Verbindung zum Erdreich erhalten sollte; dass er ein Reliquiengrab ist oder auf einem Reliquiengrab steht. Doch entspricht unser Weltbild, aus dem diese Vorstellungen und Anordnungen stammen, nicht mehr unserer Zeit, so dass der Sinn auch der Weiheformel gefährdet ist.