Gesamtkunstwerk. Der Begriff G. lässt sich auf Richard Wagner zurückführen; er verstand darunter die Verschmelzung aller Kunstgattungen – der Ton-, Dicht- u. Tanzkunst sowie der Architektur, Plastik u. Malerei – in Gestalt des Musikdramas. Die kunstgeschichts-Wiss. verwendet den Begriff G. in einem eingeschränkten Sinne: Als G. wird allgemein ein stilistisch, zeitlich u. formal einheitl. Ensemble v. Werken der bildenden u. dekorativen Kunst in einem architekton., häufig räuml. Zshg. bezeichnet. Meist wird nicht zw. bewusst v. den beteiligten Künstlern geplanter Verschmelzung der Künste u. nachträgl., durch sukzessive, voneinander unabhängige Massnahmen erzielter Gesamtheit unterschieden. G. e schuf auch der Jugendstil u. gelegentlich die Kunst der Moderne.
Stefan Kummer in: Lexikon für Theologie und Kirche, Band 4