In den Jahren zwischen 1963 und 1966 konkretisierte Albert Schilling in Absprache mit den Auftraggebern die Ausführung des Altar- und Chorbereiches. Er sah den Altar als „verdichtetes Raumzentrum“, das er aus dem Motiv des Kubus heraus entwickelte und diesem so Wucht und Präsenz gab. Die in Blei gegossenen Altarmodelle im Massstab 1:10 machen diesen Prozess nachvollziehbar. Sie sind jedoch überdies als eigenständige Kunstwerke anzusehen: Block und Tischform verschmelzen hier ineinander. Das Sakramentshaus diente ihm ebenso wie Altar, Ambo und Kathedra samt Chorgestühl als eine Möglichkeit, die Massen im Raum zu organisieren und so den Raum als Kunstwerk zu prägen. Nachdem das Sakramentshaus im November 1966 aufgestellt wurde, reagierte sofort die örtliche Presse. Am 23. November wurde dessen Gestalt massiv kritisiert. Der Autor meinte dazu: „Das Ganze scheint den Willen des Bildhauers zu bekunden, mit der Marmorsäule den romanischen Raum und dessen bauliche Gliederung zu beherrschen, offenbar gegen das Vorhandene anzugehen.“ In einem Artikel vom Heiligen Abend wurde dem jedoch die künstlerische Motivation Albert Schillings entgegengestellt: „… entschloss ich mich, diesen Barock in seiner Banalität als eine sauberlackierte Hülle zu bejahen und im Tragen den Weg der Antithese als künstlerische Spannung zu beschreiten, da mir nur diese Lösung die Möglichkeit bot, den stilistischen Bruch am Chorbogen zwischen Romanik und Barock zu überbrücken.“ Das seit der letzten Renovierung des Domes 2011/12 wieder dem Ambo zugeordnete Vortragekreuz war das Ergebnis längeren Ringens. Es wurde erst im Spätjahr 1966 in Auftrag gegeben. Das mit vergoldetem Bronzeblech überzogene Holzkreuz setzt einen kraftvollen Akzent im Chor und nimmt die Monumentalität der anderen Stücke auf.
