In den Jahren um 1960 war Albert Schöng auf Reisen, die – wie bei Künstlern aller Zeiten – Anregungen boten und sein Werk prägten. So notierte er im April 1960 in Marokko: „Die ganze Landschaft ist ein gewölbtes, farbiges Relief … Mir ist, als sei die Erde überall wund und als freute ich mich an der Schönheit dieser Wunden.“ Die Aussage wirft ein deutliches Licht auf den bildhauerischen Blick des Reisenden wie auch auf dessen Fähigkeit, Gegensätze ineinander zu vereinen. Die Eindrücke seiner Ägyptenreise von 1962 mögen den Bildhauer für seinen Auftrag im Würzburger Dom präpariert haben. Er schrieb damals nämlich augenzwinkernd in Assuan: „Die Bildhauer sollten in jungen Jahren nach Ägypten fahren, um möglicherweise den Respekt oder gar die Angst vor grossen Steinen zu verlieren.“
Die Kunst des alten Ägypten war für Albert Schilling immer Inspiration, Referenz und Massstab des eigenen künstlerischen Tuns. In der Ruine des koptischen Simeonsklosters bei Assuan stiess der Bildhauer zudem auf drei schwarze ineinandergreifende Dreiecke an einer gekalkten Wand. Die schlichte Umsetzung des Symbols für die Trinität beeindruckte ihn nachhaltig. Zum Stiftungsbestand gehört daher auch eine reliefartige Variation. Auch über der Kathedra des Würzburger Domes versuchte er knapp ein Jahrzehnt später eine bildhauerische Umsetzung.
