Erinnerungen an einen grossen Bildhauer, oder wie ich mit Albert Schilling bekannt wurde!

Aus dieser glücklichen Verbindung ergab sich eine äusserst fruchtbare Zusammenarbeit. Es entstanden Werke, auf die ich heute noch stolz bin, vorab im kirchlichen Bereich. Ich denke da vor allem an die verschiedenen Kruzifixe, Tabernakel, Leuchter, Brunnen, Figuren usw. Dabei suchten und versuchten wir immer wieder nach neue Materialverbindungen, neue Formen und Techniken.  So z.B. in der Kirche St. Michael in Basel. Die geschmiedeten und geformten Eisenprofile wurden im glühenden Zustand gekerbt, die so entstandenen Rillen mit geschmolzenem Messing ausgegossen und geglättet. Das Resultat verblüffte und dessen Wirkung ließ sich mit derjenigen von Intarsien vergleichen.

Albert Schilling öffnete mir auch den Zugang zu anderen, ihm nahestehenden Künstlern wie Xaver Ruckstuhl, Toni Flüeler, Paul Stöckli, Hugo Imfeld usw.

Nach Schillings Wegzug von Stans nach Arlesheim im Jahre 1946 dauerte dieses wunderbare Zusammenspiel vorerst noch an. Mit der Zeit jedoch wurden die Kontakte spärlicher, erfuhren jedoch eine mir liebgewordene Vertiefung. 1946 bis 1948 absolvierte ich die Schweizer Schlosserfachschule in Basel. Während dieser Zeit luden mich die Schillings regelmäßig zu einem Besuch in ihr Künstlerheim am Homburgweg ein. Ab und zu versuchten wir uns gar im Blockflöten- und Gitarrenspiel. Mit einer gewissen Wehmut über die Vergänglichkeit von allem, was uns lieb und teuer ist, erinnere ich mich gut und gern an diese kostbaren Stunden in diesem harmonischen Kreise.

Vor mir an der Wand hängt ein Relief in Engl. Zement. Es stellt die Hl. Cäcilia an der Orgel dar. Es dürfte sich um den Entwurf zu einer Medaille handeln. Auf der Rückseite findet sich die Widmung:

„Herr Bruno Leuthold sehr herzlich zugeeignet 29.1.58. Albert Schilling“

So werde ich dauernd an diese herausragende Persönlichkeit, an den Freund und Künstler erinnert, der mir so viel gegeben hat.