Erinnerungen an einen grossen Bildhauer, oder wie ich mit Albert Schilling bekannt wurde!

Schon bald entdeckte Schilling die altvertraute Schmiede am Dorfbach in der Schmiedgasse in Stans. An diesem heimeligen Ort wurde schon seit Generationen geschmiedet, Pferde und Wagen beschlagen. Die Werkstatt und das dazugehörende Haus „Waltersbergli“, das nach neuesten Erkenntnissen um 1380 (!) erbaut worden ist, hatten es offensichtlich Albert Schilling angetan. Er spürte bald, hier wird das althergebrachte Handwerk noch gelebt und praktiziert. Mein Vater, der noch mit 80 Jahren am Amboss stand, war ein wahrer Meister im Bereitstellen verschiedenster Werkzeuge für die Holz- und Steinbearbeitung. Besonders die Technik des „Här­tens“ – ein Verfahren, dem Stahl die nötige Zähigkeit und Härte zu verleihen – beherrschte er perfekt.  So verliessen eine Unzahl von Spitz­eisen und Steinmeissel unsere Schmiede, um im Schilling-Atelier beim Abbau eines Steinblockes von Hand – Kompressoren kannte man damals noch kaum – zum Einsatz zu kommen.

Als jugendlicher, begieriger Stift, verfolgte ich diese Phase mit grösster Aufmerksamkeit, was dem Bildhauer aufgefallen sein muss. Die Künstlerpersönlichkeit Albert Schilling, seine bescheidene, jedoch aber überzeugende Art im Umgang mit den Mitmenschen und seine grosse Ausstrahlung faszinierten mich zunehmend. Ich – der ich mich bis anhin kaum mit Kunst oder gar der Bildhauerei befasst hatte – begann zu erfassen, hier einem aussergewöhnlichen Menschen gegenüber zu stehen. Umgekehrt konnte einem nicht entgehen, wie sehr er sich um diesen, ihm bisher wenig bekannten Werkstoff – dem Schmiedeeisen – zu interessieren begann.