Vom Kircheneingang

Wir kommen dem sogenannten modernen Menschen nicht dadurch entgegen, indem wir den Kircheneingang (wie auch das Gotteshaus und den Gottesdienst) praktisch gestalten, dass wir dem Menschen möglichst alle zeitliche, körperliche und geistige Anstrengung wegräumen (dass wir ihm zum Beispiel jeden Umweg zur Kirche ersparen usw.). Wichtiger als der künstlerische Schmuck am Kircheneingang ist der Ablauf der räumlichen Situationen. Eine Situation, in die der Mensch körperlich hineingestellt wird, wirkt auf ihn zwingender und unbewusster, als was sein Auge ablesen kann und sein Geist richtig interpretieren sollte. Wie wir es vermeiden, die Sakristeitüre in unmittelbare Nähe des Altares zu setzen, damit ein sinnvoller Einzug des Priesters zum Altar überhaupt möglich wird, so ist auch für den Kirchenbesucher der Eingang so zu formen, dass man nicht „mit der Türe ins Haus fällt“ oder aus dem Haus direkt auf die Gasse.

Je betriebsamer die Welt wird, um so mehr Zeit zur Sammlung wird notwendig und um so schwerer wird es auch, das Gesammelte beim Hinausgehen zu bewahren. So muss gerade heute auch dem Ausgang viel mehr Sorgfalt gewidmet werden, um zu vermeiden, dass die Ausgänge nur zur „Entleerung“ des Raumes dienen. Es ist falsch, wenn wir beim Ausgang nur die ungepflegtere Rückseite des Eingangs erleben. Vielleicht finden wir erst ideale Lösungen für den Eingang, wenn wir diesen ebensosehr als Ausgang betrachten.