Von Werner Blaser, Architekt BSA SIA, Basel (in Erinnerungen, 2004)
Bald sind es vierzig Jahre her, seitdem mich Albert Schilling zusammen mit Paul Seiberth und Ernst Baumann in sein Team der Friedhofgestaltung Bromhübel in Arlesheim eingliederte. Es ging ihm um die Zusammenführung von Natur, Architektur und Skulptur, die bis heute unverändert immer noch klar ersichtlich ist. Die Skulpturen im Friedhof altern nicht – nur die Gräber haben sich vermehrt und seine Eichenbäume sind grösser geworden.
Seine Plastik am Eingang im Walliser Colombey-Stein besitzt heute noch dieselbe Ausstrahlung des Friedens, der Stille und Vollkommenheit. Das Gleiche kann man über den zum Dorf hin ausgerichteten und von niedrigen, perlgrauen Sichtbacksteinwänden umschlossenen Kinderfriedhof sagen. Die drei wesentlichen Elemente von Albert Schilling waren: das am höchsten Punkt des Geländes gelegene einfache steinerne Kreuz, das Bodenmosaik am Vorplatz vor der Abdankungshalle und das Bronzetor als Eingang zum Friedhof. Alle aktivieren Seele und Geist. Er verstand, die Bildhauerkunst mit seiner Sehkunst zum Klingen zu bringen. Dies alles machte die Anlage zu einem geistigen Ort – ein Topos als Ort der Gestalt, wo sich das Ganze nach dem Sinnvollen und Wahren integriert.
