Dem Wort des Apostels Paulus „Wir aber verkünden Christus, den Gekreuzigten“ gemäss bringt Albert Schilling den Ambo in direkte Nachbarschaft zum Vortragekreuz und betont so deren innere Bezogenheit. Bei der Gestaltung des Kreuzes verzichtet er auf einen Corpus und beschränkt sich auf das Schild des Pilatus sowie auf die überdimensionierten Nägel. Diese stehen für das Annageln Jesu ebenso wie für die vielfältigen und unzähligen Versuche des Menschen, Gott festzumachen, seiner habhaft zu werden, ihn zu instrumentalisieren. Gerade diese Hervorhebung der Nägel ist zudem eine Mahnung an den Prediger, in allen menschlichen Worten Gottes Mysterium zu belassen und so den gebührenden Respekt zu wahren. Durch die plastische Gestaltung des Chorgestühls in freien Formen sowie die im Boden eingelegten Flächen, die sich durch die Wahl eines helleren Steines sowie durch ihre formal Gestaltung, in der die Dreizahl als Symbolzahl für das Göttliche wahrgenommen werden kann, abheben, wird der Gesamtraum des Chores in den Verweischarakter der genannten einzelnen Orte einbezogen.
Was im Inneren des Doms anklingt, findet künftighin ausserhalb des Sakralraums seine Entsprechung in den im Museum am Dom präsentierten Werken, ohne dass deren Sakralität dadurch gemindert wird. So wie die Werke im Dom auch ohne ihre liturgische Funktion für sich stehen und die Gegenwart des Göttlichen bezeugen, wird die Möglichkeit der Wahrnehmung dessen auch durch die Werke im Museum geweckt. Können die Werke von Albert Schilling im Dom aufgrund ihres liturgischen Dienstes vordergründig auch zunächst als Objekt empfunden werden, behaupten sie sich in der Museumspräsentation allein als Subjekt, das wahrzunehmen den Blick für eine Wirklichkeit weitet, die gerade im Werk von Albert Schilling ihre Ahnungsspur findet. Es ist ein vielgestaltiges Zeichen transzendentaler Ausrichtung des Menschen gegen alle Verkürzungen unserer Lebenssicht wie unserer Kommunikationsmöglichkeiten.