von Pater Karl Stadler, OBS, Kloster Engelberg (in Erinnerungen, 2004)
Im Herbst 1948 kam ich im Hinblick auf die berufliche Ausbildung zum Zeichenlehrer nach Arlesheim, um von dort aus die Kunstgewerbeschule in Basel zu besuchen. Herr Albert Schilling, Bildhauer, seit einiger Zeit wohnhaft in Arlesheim, fuhr freundlicherweise mit mir ins Direktorium der Schule am Spalenberg, um mich dort als Anwärter vorzustellen. Es wurden zwei Schuljahre, während denen ich aber auch wöchentlich zwei Nachmittage bei Meister Schilling Unterricht in plastischem Gestalten geniessen durfte. Ich war, wenn wohl nicht der begabteste, so doch ein interessierter und gutwilliger Schüler und bleibe den Anregungen und Wegleitungen des Meisters zeitlebens zutiefst dankbar. Es herrschte im Haus am Homburgweg spürbare Freundlichkeit. Und ich glaube, dass ich dank der bei Herrn Schilling erlangten Ausbildung unserem Kloster und unserer Schule in der Folgezeit einige bescheidene, wenn auch nicht spektakuläre Ergebnisse eingebracht habe.
Nicht unbemerkt lassen möchte ich, dass Albert Schilling Alt-Engelberger war (an der Stiftsschule 1923–1925) und Abt Leodegar Hunkeler (1931–1956) mich gerade ihm zur Lehre anvertraute, nachdem zuvor schon der begabtere Klosterbruder Franz Xaver Ruckstuhl (gestorben 1979) bei Albert Schilling in Stans und Arlesheim das Bildhauerhandwerk erfolgreich erlernt hatte.
Hans Urs von Balthasar hat die Art Albert Schillings, den er sehr schätzte, in einem Nachruf auf den befreundeten Künstler bestens charakterisiert: “Er verfolgte die künstlerische Laufbahn mit strenger Konsequenz. Das von ihm Überlegte und als richtig Erkannte verwirklichte er mit ausgeprägter Kompromisslosigkeit.”(Basler Volksblatt, August 1987)
Diese habe ich denn auch in seiner Nähe ehrlich zu bewundern gelernt.