Doch der 1.40 m hohe massive Kalksteinblock des Bek-en-Chons der 19. Dynastie im hochentwickelten Neuen Reich hatte es ihm besonders angetan. Es ist ein Memorial-Monument für den mächtigen Hohepriester des Gottes Amun in Karnak. Ganz zusammengekauert sitzt der Mann, die Beine dicht am Leib angeschlossen, die Arme über die kinnhohen Knie quergelegt. Als sogenannter Würfelhocker ist er ein erstaunliches Beispiel für die Reifestufe alt-aegyptischer Geistigkeit und Bildhauerkunst. Aus dem Block über zwei Sockelstufen stossen nur die Füsse vor, oben ragt der Perückenkopf berggleich über den Körper hinweg. Auf der kompakten Vorderseite ist in feinster Hieroglyphenschrift ein Opfergebet an Amun eingemeisselt, auf der Rückenseite der Lebenslauf dieses hohen Repräsentanten der Zeit Ramses II.
Wir standen lange davor. Albert Schilling legte still fühlend seine Hände an den Block, neben dem wir Heutigen unwesentlich wurden, und sagte: „Dieser Mensch ist ganz eingegangen in die Gotteskraft, der er diente.“