Auf wundersame Weise

Ein Vorwort

Jürgen Lenssen, im Katalog zur Austellung von 2015 im Museum am Dom, Würzburg

Es gibt keine Zufälle. Diese Überzeugung findet ihre ständige Bestätigung. Dazu gehören auch die Umstände, dank derer das Museum am Dom mit der Kunstsammlung der Diözese Würzburg nunmehr einen reichen Bestand an plastischen und graphischen Werken des Schweizer Bildhauers Albert Schilling aufweisen kann. Dessen Tochter, Frau Roswita Schilling, besprach in Arlesheim bei Basel mit dem Vikar Peter Mainz, reformierter Geistlicher im Thurgau, das Problem, was auf Dauer mit dem künstlerischen Nachlass ihres Vaters geschehen soll. Ihr in Potsdam aufgewachsener Gesprächspartner, der u. a. in Würzburg studiert hatte und das dortige Museum am Dom samt dessen Sammlungstätigkeit kannte sowie darum wusste, dass dort der künstlerische Nachlass des Dresdner Bildhauers Friedrich Press seine Heimat gefunden hatte, trug ihr die Überlegung an, ob dieses Museum nicht der künftige Verbleib für die Werke ihres Vaters sein könnte, da er für den Würzburger Dom eines seiner Hauptwerke geschaffen hatte.

In ihrem Auftrag wurde Herr Mainz in Würzburg mit diesem Gedanken vorstellig und konnte Frau Schilling von der frohen Bereitschaft bezüglich der angedachten Übergabe der Werke von Albert Schilling berichten. Was zunächst als Idee im Raum stand, nahm dank eines folgenden Schriftverkehrs sowie gegenseitiger Besuche in Würzburg und Arlesheim, die von Herzlichkeit und innerer Verbundenheit geprägt waren, Gestalt an, so dass am 26. März 2015 die etwa 80 Werke umfassende Zustiftung der Töchter an die Stiftung Kunstsammlung der Diözese Würzburg von Arlesheim nach Würzburg transferiert werden konnte. Für ihre Grossherzigkeit sei Frau Roswita Schilling und ihren Schwestern Franziska Hofmann-Schilling und Eva Maria Hofmann-Schilling als Stifterinnen von Herzen zutiefst gedankt.

Dank gebührt auch meinem Mitbruder Peter Mainz für dessen vorbereitenden Impuls. Die begleitenden Arbeiten der Vertragserstellung und des Transportes leisteten meine Mitarbeiter Michael Kossler und Christoph Deuter. Sie und Dr. Wolfgang Schneider sowie Dr. Jürgen Emmert ermöglichten in der gebotenen Kürze der Zeit bis zum 12. Mai 2015 sowohl die Katalogisierung der Stiftung als auch deren Präsentation im Museum am Dom einschliesslich ihrer Bewerbung samt Erstellung des vorliegenden Katalogs. Für dieses erbrachte Engagement sei ihnen allen von Herzen gedankt. Danken möchte ich auch Herrn Christel von der SteinGalerie Würzburg und seinen Mitarbeitern für den Transport sowie Herrn Issig vom Atelier zudem für die Gestaltung des Katalogs und der weiteren Drucksachen, überdies Herrn Thomas Obermeier für die Erstellung der Aufnahmen. Ebenso sei allen anderen Personen, die darüber hinaus an der Verwirklichung und Ausstellung der Stiftung im Museum am Dom ihren je eigenen Anteil haben, Dank gesagt.

Ich freue mich, dass nunmehr neben dem den Dom prägenden Werk von Albert Schilling der reiche Stiftungsbestand umso mehr ermöglicht, das öffentliche Augenmerk auf die Meisterlichkeit dieses Künstlers zu lenken, der zu den grossen Bildhauern des 20. Jahrhunderts zu zählen ist. Mit noch grösserer Freude erfüllt mich der Umstand, dass auf wundersame Weise – nichts ist Zufall – dieses Zueinander der Werke sich ereignen konnte.