Albert Schilling in Alt-Ägypten

Von Robert Th. Stoll, Kunsthistoriker, Basel (in Erinnerungen, 2004)

Eindrücklich bleibt mir ein Gespräch mit Albert Schilling vor dem Würfelhocker des Bek-en-Chons, der, von der Glyptothek München ausgeliehen, in der Kunsthalle Basel zu sehen war.  Nach aufwändigen Vorbereitungen hatte ich im Sommer 1953 eine 275 Exponate umfassende Ausstellung „Schätze altägyptischer Kunst“ mit Leihgaben aus mehreren europäischen Museen und Privatsammlungen veranstalten können.

Schilling, der schon an der Vernissage anwesend war, kam mehrmals wieder. Von zweierlei Aspekten der ausgestellten Objekte, von frühzeitlichen Schiefer-Schminktafeln über Reliefs der Amarna-Periode Echnatons bis zu den mächtigen steinernen Sitzgruppen und Standfiguren – war der Bildhauer tief beeindruckt: einmal der differenzierten Steinmetzarbeit im Kleinen etwa der Hieroglyphenschriften, zum anderen die gespannten Volumina der hieratischen Steinstatuen, wie der 1.50 m hohe Sebek-em-Sauf aus schwarzem Granit (Wien).