Albert Schilling (1904-1987)

 

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Aktualisiert am
26.04.2004 von
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 Erinnerungen an Albert Schilling

Die hohe Kunst der Bildhauergestaltung

Von Werner Blaser
Architekt BSA SIA, Basel

Bald sind es vierzig Jahre her, seit dem mich Albert Schilling zusammen mit Paul Seiberth und Ernst Baumann in sein Team der Friedhofgestaltung Bromhübel in Arlesheim eingliederte. Es ging ihm um die Zusammenführung von Natur, Architektur und Skulptur, die bis heute unverändert immer noch klar ersichtlich ist. Die Skulpturen im Friedhof alterten nicht, nur die Gräber haben sich vermehrt und seine Eichenbäume sind grösser geworden. Seine Plastik am Eingang im Walliser Collombey Stein besitzt heute noch dieselbe Ausstrahlung des Friedens, der Stille und Vollkommenheit. Das Gleiche kann man über den zum Dorf hin ausgerichteten und von niedrigen perlgrauen Sichtbacksteinwänden umschlossenen Kinderfriedhof sagen. Die drei wesentlichen Elemente von Albert Schilling waren: das am höchsten Punkt des Geländes gelegene einfache steinerne Kreuz, das Bodenmosaik am Vorplatz vor der Abdankungshalle und das Broncetor als Eingang zum Friedhof. Alle aktivieren Seele und Geist. Er verstand, die Bildhauerkunst mit seiner Sehkunst zum Klingen zu bringen. Dies alles machte die Anlage zu einem geistigen Ort, ein Topos als Ort der Gestalt, wo sich das Ganze nach dem Sinnvollen und Wahren integriert.

Albert Schilling, der in diesem Jahre seinen 100. Geburtstag feiern würde, war eine Persönlichkeit. Er lebte zurückgezogen in der Stille des Denkens – seiner Art des Denkens. Er war ein Alltäglicher, der nicht von oben herab auf das Leben blickte, sondern es von innen erwanderte. Aus modesten Geschicken setzte er seine Zeitläufe zusammen. Sein Werk des Archetyps, mit dem er die Gewogenheit seiner Bewunderer gewann, bleibt wie es scheint, für immer. Den Menschen mit seinen Skulpturen in die Seele schauen und mit sich und der Welt in Harmonie sein, waren seine Wurzeln. Seine Klarheit führte das Auge zum Verweilen, zur Beschaulichkeit einladend, die das Denken immer wieder in die Mitte führt und das Fühlen in der Spannung einer magischen Ausstrahlung hält. Und darin liegt die Bedeutung der imaginären Gestalt und geistigen Kräfte seiner Skulpturobjekte. Jede Arbeit geschah im Kopf, vollzog sich in dem Willen, das Gedachte festzuhalten, die sein Leben geformt hatte und dann mit ihren Möglichkeiten neu zu interpretieren und fortzusetzen. Der Geist in ihm war darum seine elementare Kraft.

Sein Werk war zusätzlich auch auf seine nachfolgende Generation ausgerichtet. Es blieb sein Wunsch offen, dass seine Erkenntnisse im neuen Zeitalter von jungen Talenten der Bildhauerkunst im Schaffen von Ordnung und Wahrheit als Gesetz, Konstruieren und Modulieren als Freiheit von aufgeschlossenen Bürgern wieder übernommen würden. Es wäre zu wünschen, dass sich den Jungen sein in vielen Jahren seines Schaffens erarbeitete Anliegen, dass in der Bildhauerkunst Natur und Gestalt eins bleiben, eröffnet.

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